Liebe Leserinnen und Leser,

 

heute ist es also soweit – ich werde ein kleines Fazit zum YouTube-Kanal „Open Mind“ ziehen. Wir haben bisher einige positive Aspekte gefunden. Zum Beispiel lässt sich hier die Aufklärung nennen, die wir mit diesem Blog ja auch betreiben wollen. Zwar hauptsächlich zu den Themen Legal Highs und Räuchermischungen, aber immerhin. Bei den negativen Punkten gibt es persönliche Aspekte beim Betreiber des Kanals zu finden, aber auch inhaltliche Defizite.

 

Im Folgenden findet ihr ein kleines Resümee und einige Verbesserungstipps für Simon, der auf YouTube ja schon so omnipräsent ist, dass man auch einige Abstecher ins weitere Netz sowie auch zu uns annehmen kann. Falls du das also liest, Simon: vielleicht findest du ja einige Punkte, die du dir zu Herzen nehmen willst.

 

Resümee zum YouTube-Kanal Open Mind

 

Auf dem Kanal werden viele Informationen zu den unterschiedlichsten Drogen und auch zu Legal Highs (Poppers, Happy Caps, etc.) gegeben und teilweise mit fachlichen und medizinischen Inhalten untermauert sowie ausgeschmückt. Dementgegen profiliert sich der Betreiber als Prominenz des Kanals und schickt seine eigenen Ansichten als Tatsachen vor.

 

Es wird zu wenig auf richtige Dosierungen und die biochemischen Zusammenhänge im Hinblick auf illegale Drogen eingegangen. Viele Informationen findet der Zuschauer auch auf Wikipedia. Eine bessere Recherche unter Einbeziehung von Fachliteratur und Fachpersonal wäre wünschenswert. Aufgrund der Arbeitslosigkeit des Betreibers ist das zeitlich machbar.

 

Zudem sollten die Videos mit mehr Disclaimern und Warnhinweisen ausgestattet werden. Die positiven Erfahrungen des Kanal-Betreibers im Vergleich zu Einzelfällen (die wir im Hinblick mit Missbrauch von Räuchermischungen auch nicht verschweigen), die unter anderem tödlich ausgehen, sollten Anlass zu einer Betrachtung des Einzelnen führen. Da aber nicht jeder sich und seinen Körper richtig gut kennt, ist „Mein Körper, meine Entscheidungen“ der falsche Schlachtruf und nichts, was man minderjährigen Zuschauern im Hinblick auf Drogen mit auf den Weg geben sollte.

 

Punkte, die der Kanal-Betreiber beachten sollte

 

Die Sache mit dem Comedy-Kanal hat anscheinend nicht so gut geklappt. Und auch der Drogen-Kanal wirft nicht genug ab, um die monatlichen Fixkosten zu decken. Ich würde daher eine Beendigung des Studiums (falls das noch aktuell ist) oder eine Ausbildung empfehlen. Das ist aber nur ein persönlicher Hinweis, kommen wir nun zu den professionellen Punkten:

  • Erfahrungsberichte sind natürlich immer sehr persönlich, aber im Hinblick auf die allgemeine Berichterstattung über einzelne Drogen hat das eigene (positive) Gefühl keinen Platz.

  • Es ist nötig, eingehendere Warnungen an die jüngeren Zuschauer zu adressieren.

  • Auch auf negative Aspekte von Drogen (Sucht, Abhängigkeit, Überdosierung) sollte man eingehen und sie nicht totschweigen. Wenn dieser Punkt für den Zuschauer uninteressant gemacht sein soll, dann rassel einfach Statistiken herunter.

  • Wenn du Forderungen an die Politik hast, starte eine Petition und rede mit Politikern. Das kommt authentischer als nur ein „Fakten“-Video zu machen, das im Streit mit Freunden helfen soll.

  • Interviews mit Betreibern von illegalen Shops? Okay, dafür erst einmal Respekt. Aber bei diesen nur darauf eingehen, ob und wie viel Kohle sie scheffeln, wie sie arbeiten und ob sie Cops schmieren? Das ist ein bisschen zu verherrlichend. Warum fragst du nicht nach der Moral dieser Leute. Deine Zuschauer müssen wissen, dass das, was du da anpreist, illegal ist!

 

Kurzum: Das Thema wird aus meiner Sicht verharmlost. Ja, auch wir sind gegen einen War on Drugs (und stattdessen für Aufklärung) und zumindest für die Aufrechterhaltung der Legalität von Legal Highs. Aber wir machen illegal handelnde Menschen nicht zu Vorbildern.

 

Bis bald!