Liebe Leserinnen und Leser,

die Innenministerin des Vereinigten Königreichs (UK) hat einen Gesetzesentwurf eingebracht, der vorsieht, alle Legal Highs sowie Stoffe, die auch nur weitläufig darunter zu zählen sind, zu verbieten. Das berichtet unter anderem der Guardian. Unter dem Gesetz würden nicht nur Räuchermischungen, Badesalze, diverse Tabletten, Säfte und so weiter verboten, sondern noch viel, viel mehr. Neben den Stoffen und Produkten, die eventuell bald nur noch illegal bzw. unter Sonderauflagen gehandelt werden können, gibt es auch noch viele weitere Bedenken; in Richtung Wirtschaft, Rechtsprechung und vielem mehr.

 

Was sind Legal Highs?

Legal Highs werden von unterschiedlichen Stellen in unterschiedlichen Quellen verschieden definiert. Eines ist allen Erklärungsversuchen allerdings gemeinsam: sie erklären Legal Highs zu Stoffen und Produkten, welche in der Lage sind, die Stimmung, den Bewusstseinszustand und / oder die Wahrnehmung des Anwenders zu modifizieren. In dem Gesetzestext werden die zu verbietenden Stoffe ebenfalls so beschrieben, allerdings nicht mit dem Begriff „Legal Highs“ benannt, sondern mit der Bezeichnung „New Psychoactive Substances“ (NPS). Der Entwurf trägt demnach auch den Namen „Psychoactive Substance Bill“.

 

Was wird neben den bekannten Legal Highs noch verboten?

So blöd es klingt, aber: Lachgas. Lachgas wird mittlerweile schon von vielen Menschen genutzt, um ein High zu erzeugen. Dafür werden kleine Kapseln mit Lachgas gekauft, welche eigentlich für Sprühsahne- und ähnliche Druckflaschen genutzt werden. Diese werden dann in einen Luftballon oder ähnliches entleert und das Gas aus dem Ballon inhaliert. (Kleiner Hinweis am Rande: falls ihr sowas warum auch immer ausprobieren wollt: das Gas nicht direkt aus der Kapsel inhalieren! Denn es kühlt beim Austritt extrem ab – das könnte euren Atemweg erfrieren lassen…) Neben Lachgas sind es auch Poppers, die hierzulande schon gar nicht mehr gehandelt, aber noch angewandt werden dürfen.

 

Gibt es eine Ausnahmenliste und was steht drauf?

Ja, eine solche Liste gibt es und darauf stehen Legal Highs, die nicht verboten werden können, da das Volk sonst zum Mob würde: Kaffee bzw. Koffein, Alkohol, Tabakwaren bzw. Nikotin und dergleichen mehr. Lachgas müsste vom rein logischen Standpunkt auch drauf stehen, da es ja nicht als high machende Substanz angepriesen und verkauft wird, sondern tatsächlich einen anderen Hauptzweck in seiner Kapselform hat. Auch aus dem Bereich der Pharmazie kommen Bedenken und Wünsche nach mehr Ausnahmen, da sonst die Forschung eingeschränkt werden könnte. Das hätte eine verzögerte Entwicklung von Medikamenten oder die Auslagerung der Unternehmen ins Ausland zur Folge.

 

Kritik auch von der Fachstelle

Auch der Beirat zum Thema Drogenmissbrauch (advisory council on the misuse of drugs, kurz: ACMD) steht dem Gesetzesentwurf kritisch entgegen. Denn es kann, so die Vertreter der Fachstelle, nicht ausgeschlossen werden, dass nicht auch relativ harmlose Substanzen verboten würden. Welche Substanzen das neben Lachgas noch sein können, das werde ich in einem weiteren Eintrag aufzeigen.

 

Bis bald!