Liebe Leserinnen und Leser,

 

der Zusammenhang zwischen Onlinespielen und Kräutermischungen“ war mir bisher nicht im Geringsten aufgegangen. Gut, dass es die Seite nextgen.at und ihren Autor Michael B. gibt; denn so kenne ich nun endlich das Zauberwort für ein ruhiges Händchen am PC: Räuchermischungen. Und anscheinend ist es auch egal, welche man nimmt, wie man sich richtig anwendet und überhaupt… wen interessiert das alles, wenn es doch darum geht, „für einen Moment zu entfliehen und alle Sorgen, Herausforderungen und Probleme hinter sich zu lassen.“ Bei Videospielen? Ehrlich, Michael B.?

 

Gamer suchen anscheinend den Realitätsverlust

 

Klar, Videospiele waren schon immer eine prima Ablenkung vom Alltag. Doch kein ernstzunehmender Spieler setzt sich vor den Rechner, um alles um sich herum zu vergessen und die Welt aus dem Kopf auszuschließen. Im Spiel passiert das natürlich. Aber wer so frustriert ist, sich schon mit dem Grundgedanken des Realitätsverlustes an den PC oder an die Konsole zu setzen, der sollte keine Legal Highs anwenden, sondern zum Psychologen gehen! Ganz anders wird das Problem auf der österreichischen Spieleseite nextgen.at angegangen. Hier schreckt man auch nicht davor zurück, die teils minderjährige Zielgruppe mit direkter Werbung für legale Drogen zu penetrieren.

 

Was sagt der Werbetext aus?

 

Ich nenne den Artikel ganz einfach mal einen Werbetext, weil er schlicht und ergreifend einer ist. Zitat: „Um vom Alltag ins Spiel umzuschalten und in dieser Welt aufzugehen, können Legal Highs eine gute Basis schaffen und den Spieler eins mit seinem Spielcharakter werden lassen. Damit Missionen gelingen und Quests gelöst werden können, darf die Realität nicht ins Spiel einfließen und die Gedanken hemmen. Auf legale-Mischung.co finden sich Räuchermischungen, die den Raum in ein Spielparadies verwandeln und dem Gamer eine ganz neue Auffassung geben.

 

Das ist nur ein Zitat aus dem Artikel, aber so geht es in einem fort. Der Spieler wird im Grunde zu einem nervösen Nichtsnutz degradiert. Er habe „zittrige Hände“ und trifft aufgrund von „Aufregung, Stress und Hektik unüberlegte Entscheidungen“. Zudem stecke sein Geist in den Fesseln der Alltagsregeln. Genau, und deshalb ist die Mario-Reihe wahrscheinlich auch schon seit Jahrzehnten so beliebt, oder?!

 

Wer steckt hinter diesem Artikel?

 

Wer aufmerksam gelesen hat, der findet den Seitennamen des Legal High Shops in dem obigen Zitat. Diese Seite bietet nicht nur (schlechte) Räuchermischungen an, sondern noch ein ganzes Arsenal an weiteren Legal Highs, die oft nicht richtig mit Produktbeschreibungen bedacht sind; und wenn, dann nur mit irgendwelche nichtssagenden Texten, die sich ständig wiederholen.

 

Ich will nichts gegen Legal Highs im Allgemeinen sagen und schon gar nicht gegen Räuchermischungen. Das dürfte jedem klar sein, der nicht nur diesen Artikel liest, sondern sich auch die weiteren Inhalte dieses Blogs anschaut. Jedoch ist das eine ganz perfide Werbung, die sich auch noch an eine teils minderjährige Zielgruppe richtet – und die wird im Text auch noch lächerlich gemacht. Wer den Artikel selber sehen will, der folge diesem Link.

 

Bis bald!