Liebe Leserinnen und Leser,

 

ich hoffe, dass ich euch mit den letzten drei Teilen dieser Reihe einen guten Einblick in das Thema Hanf bzw. Cannabis geben konnte. Wir haben uns die Geschichte dieser Allrounder-Pflanze angesehen, wir haben einen Blick auf die Anwendungsgebiete des Nutzhanfs geworfen und wir haben uns in Kurzform den Entwurf für das CannKG angesehen. Kurzum: Wir haben uns einen Überblick über das Thema Hanf verschafft und wissen nun, dass es sinnlos ist, das Gespräch über eine Pflanze sowie die Nutzung der selbigen zu tabuisieren – vor allem, wenn sie so vielfältig einsetzbar ist.

Aufgrund dieser Vielfältigkeit als Rohstoff möchte ich in diesem letzten Artikel der Reihe noch einmal ausführlich auf die Nutzungsbereiche des Hanfs eingehen. Denn er ist eben durch diese Vielfältigkeit ideal als Alternative zu vielen anderen Rohstoffen, die begrenzt vorkommen bzw. eine lange Zeit benötigen, um nachzuwachsen. Ein kurzes Beispiel gleich zu Beginn: Bau- und Dämmstoffe sowie Papier werden vielmals aus Holz hergestellt. Ihr wisst sicher, wie lange es dauert, bis ein Baum genug gewachsen ist, um von der Industrie verwendbar zu sein. Hanf ist da in den nötigen Mengen schneller wieder verfügbar. Natürlich hat er aber auch Grenzen: Balken, Latten und andere große Holzteile lassen sich nur aus Bäumen fertigen. Aber wenn man sie auf diese großen Teile begrenzt, dann schont man auch schon einen großen Teil des Bestandes.

 

Ein großer und wichtiger Wirtschaftszweig, der von den Vorteilen des Hanfs profitiert, ist zweifelsohne die Automobilindustrie. Laut Angaben des Deutschen Hanfverbandes liegt die Abnahmemenge vom produzierten Hanf von Seiten der Automobilindustrie bei 15 %. Die Tendenz ist steigend. Aktuell werden hauptsächlich Stoffauskleidungen und Formpressteile für den Kofferraum und die Türen aus Hanf gemacht. In Westeuropa wird allein dafür ein Marktpotenzial von bis zu 160.000 Tonnen Hanffaser berechnet. Auch die Verwendung von Hanf als Rohstoff für Biokunststoff und damit für die Herstellung von Karosserieteilen sowie die Verwendung von Hanf-Kraftstoffen soll wohl diskutiert werden. Einigen Angaben zufolge soll schon in den 1940ern Henry Ford ein entsprechendes Auto gebaut haben.

 

Ein weiterer ressourcenschonender Einsatz von Hanf liegt in der Papierherstellung vor. Schon jetzt hat der Hanf einen großen Anteil bei der Herstellung von Papieren, allerdings noch zu häufig nur in Spezialgebieten. So werden beispielsweise Papierfilter, Banknoten und Hygieneprodukte mit Papier aus Hanf hergestellt. Allerdings liefert Hanf im Vergleich zum Holz den besseren Rohstoff:

  • Das Schnelle Nachwachsen sorgt für eine vier- bis fünffache Rohstoffmenge als beim Holzanbau

  • Der Zellulosegehalt von Hanf wird nur von wenigen Bäumen übertroffen

  • Es werden bei der Hanfpapierherstellung weniger Chemikalien benötigt

  • Hanfpapier kann öfter recycelt werden als Holzpapier

 

Die Liste der Anwendungsbereiche und der Vorteile des Hanfs im Vergleich zu den konventionellen Rohstoffen lässt sich noch endlos fortführen. Nun, wenn man Theorien aufbauen wöllte, könnte man verschiedenen Lobbys unterstellen, dass sie sich aufgrund eigener Interessen für das Fortbestehen des Hanf als Tabuthema einsetzen. Aber das ist nur eine Idee von mir. Fakten findet ihr hingegen auf der Seite des Deutschen Hanfverbandes. Dort werden auch die Bauwirtschaft, die Nahrungsmittelbranche, die Landwirtschaft, die Chemieindustrie und weitere Einsatzgebiete von Hanf beleuchtet.

 

Bis bald!