Liebe Leserinnen und Leser,

 

im letzten Artikel bin ich vor allem auf die Verwendung des Nutzhanfs und den einzelnen Bestandteilen der entsprechenden Pflanze eingegangen. Aber ich habe auch schon das heutige Thema angekündigt: es geht um den möglichen zukünftigen Umgang mit berauschendem Cannabis in der Bundesrepublik Deutschland. Wer sich schon mit Legal Highs und mit Räuchermischungen auseinander gesetzt hat, der wird eine Legalisierung von Cannabis sicher begrüßen. Denn damit würden viele Nutzer von Räuchermischungen sicher (wieder) zur natürlichen Alternative greifen. Und auch für alle, die schon immer nur den natürlichen Stoff genossen, ergeben sich viele Vorteile.

 

Hier einmal alle Vorteile der Legalisierung von Cannabis, die mir so in den Sinn kommen, auf einen Blick:

  • Keine dubiosen Bezugsquellen und Preisaufschläge durch Zwischenhändler bei öffentlicher Vermarktung

  • Geregelte und kontrollierte Abgabe von Stoff; keine Abgabe an Minderjährige

  • Reine Genussmittel und keine Gefahr der Streckung oder Versetzung mit anderen Stoffen

  • Cannabis rückt in den sachlichen(!) öffentlichen Diskurs

  • Aufklärungskampagnen statt Durchsuchungen, Razzien, etc.

 

Und hier die Nachteile, die sich ergeben könnten:

  • Die Preise könnten steigen, wenn ein staatliches Monopol bestünde

  • Die Polizei müsste sich auf wichtigere Dinge konzentrieren, die Armen…

 

Aber wie bin ich auf das Thema gekommen? Ganz einfach: durch diesen Wikipedia-Artikel. Er behandelt den von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen am 20. März 2015 eingebrachten Gesetzesentwurf für das Cannabiskontrollgesetzt (kurz: CannKG). Die wichtigsten Aussagen des langen Wikipedia-Artikels möchte ich hier – natürlich nicht ohne meinen subjektiven Kommentar – widergeben:

 

  • Zur Begründung, aber auch direkt im Vorwort des Gesetzentwurfs werden Punkte angeführt, die ich ebenfalls schon mehrfach hier in Textform auf meine Leser losgelassen habe. Es heißt nämlich, dass das Gesetz alternativlos sei, da weder eine unkontrollierte Legalisierung noch die Fortführung der Verbotspolitik ein Weg in die Zukunft seien.

  • Der Zugang zu Cannabis soll Erwachsenen, also Menschen über 18 Jahren an Alter, mengenmäßig begrenzt zur Verfügung stehen. Dafür ist unter anderem auch der eigene Anbau (wiederum begrenzt) möglich.

  • Die Lagerung von Cannabiserzeugnissen, die der Verwendung als Genuss- bzw. Rauschmittel dienen, soll ebenfalls in begrenzten Mengen möglich sein.

  • Der Jugendschutz soll dadurch realisiert werden, dass Cannabis-Verkaufsstätten einen Mindestabstand zu Schulen und Jugendeinrichtungen haben sollen. Zudem soll es ein Werbeverbot geben. Wer als Verkäufer dem Jugendschutz zuwider handelt, der soll rechtlichen Konsequenzen ausgesetzt werden. Zudem kann er seine Gewerbeerlaubnis verlieren.

  • Neben der geregelten Abgabe von Cannabis als Legal High und der Regelung des Eigenanbaus soll auch ein Programm zur Suchtprävention und zum Verbraucherschutz gestartet werden. Dazu zählen laut dem Gesetzentwurf für das CannKG auch Inhaltsstoffangaben, Beipackzettel, Warnhinweise, etc. Für Cannabisverkäufer soll es spezielle Schulungen geben.

  • Der wirtschaftliche Umgang mit THC-Cannabis soll streng kontrolliert werden – vom Anbau bis zum Vertrieb. Der Anbau von Nutzhanf soll aber nicht mehr einer Genehmigung bedürfen, sondern nur noch einer Anzeigepflicht.

  • Auch soll eine Steuer anfallen (gute Gründe sind gegeben), Hanf soll aus dem Betäubungsmittelgesetz gestrichen werden und ein Grenzwert für den Straßenverkehr soll erhoben werden.

 

Fazit: Das Ding ist eine runde Sache. Falls es nicht zu einer Realisierung dieses Gesetzes kommt, zeigt sich die deutsche Politik – oder zumindest die regierenden Parteien – als unfähig und im Geiste von vorgestern. Das ist meiner Meinung nach ein erster bedeutender Schritt gegen den War on Drugs in Deutschland.

 

Bis bald!