Liebe Leserinnen und Leser,

 

im letzten Artikel habe ich euch ja schon einen kleinen Einblick in die Geschichte des Hanfs gegeben. Und ich muss zugeben: ein kleiner Fehler ist mir Unterlaufen. Denn ich habe vergessen, einen wichtigen Fakt mit einzubauen. Nämlich dass es unterschiedliche Arten von Hanf gibt. Natürlich gibt es nicht nur die THC-strotzenden Pflanzen, die privat oder im großen Stil hier und da illegal gezüchtet und zur Gewinnung von Drogen genutzt werden. Nein, es gibt auch den sogenannten Nutzhanf, der einen THC-Gehalt von gerade einmal 0,3 % hat. Und um diesen soll es heute gehen – denn diese Art des Cannabis ist so vielseitig einsetzbar, dass seine Nutzung im größeren Stil viele Probleme lösen könnte.

 

Mit dem Verbot von Hanf im Allgemeinen und speziell des berauschenden Hanfs Anfang des 20. Jahrhunderts geriet auch die Verwendung als Nutzpflanze in Vergessenheit. Erst seit Anfang der 1990er-Jahre kommt wieder Bewegung in den Anbau und die Nutzung dieser Art von Cannabis. Im Folgenden werde ich die Anwendungsbereiche der Hanfpflanze bzw. ihrer Teile darstellen.

 

Hanf-Samen: Hanfsamen sind sehr nahrhaft und voll von wichtigen bzw. gesunden Inhaltsstoffen. Die Nährstoffangaben variieren – dennoch lassen sich folgende Zahlen feststellen: ca. 19 – 24 % Eiweiß; ca. 30 – 35 % Kohlehydrate; ca. 29 – 35 % Fett; Vitamin B1 und B2, Vitamin E, Eisen, Kalium, Kalzium und Magnesium. Alle für den menschlichen Organismus nötigen Aminosäuren sind in den Hanfsamen enthalten. Kein Wunder, dass sie als Nahrungsmittel wieder beliebter werden. Und selbst Buddha soll sich zeitweise nur von ihnen ernährt haben! Allerdings dienen die Samen auch zur Ölgewinnung, als Tierfutter und zur Hanfbutter, die ähnlich der Erdnussbutter sein soll.

 

Hanf-Blätter: Auch die Blätter dienen zuweilen der Ölgewinnung. Allerdings weniger durch das Auspressen, sondern vielmehr durch das Destillieren. Die so gewonnenen ätherischen Hanföle finden unter anderem in Waschmitteln oder aber als Geschmacksstoff in Nahrungsmitteln Verwendung.

 

Hanf-Fasern: Bis in das 19. Jahrhundert hinein wurden Hanffasern sehr vielfältig verwendet. Segeltuch wurde aus ihnen gemacht, aber auch Seile und ebenfalls für die Seefahrt wichtige Taue. Auch die Jeans von Levi Strauss wurden seinerzeit aus Hanf hergestellt. Heute gibt es aber auch noch andere Anwendungsbereiche. So wird aus Hanf auch wieder Papier hergestellt, welches ironischer Weise als Zigarettenpapier Verwendung findet. Aber auch Kleidung wird weiterhin aus Hanf gemacht. Dazu kommen noch Dämmstoffe und die Anwendung in „naturfaserverstärkten Kunststoffen“. Die Schäben, also der verholzte Innenteil des Hanfstängels, werden als Dämmung, für Leichtbauplatten, als Brennmaterial oder als Tiereinstreu verwendet – vor allem bei Pferden und Pferdehaltern soll dieses sehr beliebt sein.

 

Das war es damit auch schon für diesen Artikel. Mehr über den Nutzhanf findet ihr hier. Bis Cannabis wieder zum Legal High wird, werden wir sicher noch eine Weile warten müssen. Aber die positiven Entwicklungen in den USA machen auch hierzulande Hoffnung. Wie die mögliche Kontrolle des Cannabis in Deutschland aussehen könnte, das schauen wir uns im nächsten Artikel an. Vielleicht wird mit den kommenden Entwicklungen auch der Umgang mit Räuchermischungen überdacht. Aber das steht alles noch in den Sternen…

 

Bis bald!