Liebe Leserinnen und Leser,

 

für die folgenden vier Artikel möchte ich jetzt schon einmal eine kleine Danksagung anbringen – und zwar in Richtung des Deutschen Hanfverbandes. Zwar handelt es sich bei der kommenden Artikelreihe nicht um eine Zusammenarbeit (weder offiziell noch inoffiziell), aber trotzdem kann man den Bereitstellern von ausführlichen Quellen nicht genug danken. Die folgenden Informationen stammen nämlich hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, aus dem Infomaterial des Deutschen Hanfverbandes. Wer mehr über diesen Verband und die vielfältige Verwendung von Hanf wissen möchte, der sollte zumindest einmal die entsprechende Internetseite besuchen.

 

In diesem ersten von vier Teilen möchte ich euch kurz von der Geschichte des Hanfs erzählen. Weniger möchte ich dabei auf die biologische Entstehung, sondern mehr auf die Nutzung von Seiten der Menschen eingehen. Los geht’s:

 

Hanf, dessen wissenschaftlicher Name Cannabis ist und der zur Ordnung der Rosenartigen und zur Familie der Hanfgewächse zählt, gehört schon seit tausenden von Jahren zu den von Menschen genutzten Pflanzen. In Zahlen ausgedrückt: Schon etwa um das Jahr 8000 v. Chr. wurde Hanf in China verschiedenartig genutzt. 2737 v. Chr. entstand ebenfalls in China ein Schriftstück, das den Hanf als Heilpflanze beschreibt. Der Hanf erlangte als so vielseitige Pflanze schnell einen göttlichen Rang – zum Beispiel im Hinduismus.

 

Im europäischen Raum war Hanf auch schon lange vor Christus bekannt. Funde aus dem Raum Tübingen (südwestlich von Stuttgart) wurden auf den Zeitraum um 5500 v. Chr. datiert. In Griechenland und Ägypten waren Kleider aus Hanf keine Seltenheit. Zudem war den Ägyptern um das Jahr 200 n. Chr. bereits bekannt, dass Gebäck, welches mit Hanf zubereitet wurde, zu Ausgelassenheit und vergnüglicher Laune führt.

 

Über die Jahrtausende und Jahrhunderte geriet die Pflanze nie in Vergessenheit und wurde stetig kultiviert. Kein Wunder; denn im Vergleich zu anderen Rohstoffen wächst Hanf sehr schnell, ist vielseitig einsetzbar (von der Ernährung über die Textilherstellung hin zum Heizstoff) und kann gut kultiviert werden. Schon 800 n. Chr. gab es von Seiten des Kaisers erste Gesetze, welche den Hanfanbau betrafen. Es war aber kein Verbot, sondern vielmehr eine Pflicht.

 

Im Hochmittelalter, genauer gesagt im Laufe des 13. Jahrhunderts, fand die Papierherstellung vermittels Hanffasern Einzug in Europa. Der Trend ging diesmal von Südwesten, von Spanien her aus. Ende des 13. Jahrhunderts, im Jahre 1290, entstand im deutschen Nürnberg eine entsprechende Papiermühle. Drei geschichtsträchtige Dokumente wurden zudem auf Hanfpapier gedruckt bzw. geschrieben. Deutschland betreffend war eines davon sehr wichtig: die Gutenberg Bibel. Die anderen beiden Dokumente, die ich hier meine, sind die Unabhängigkeitserklärung der USA und auch deren Verfassung.

 

Hanf ist also schon seit einer Ewigkeit bekannt und beliebt für die verschiedensten Einsatzbereiche. Den schlechten Ruf hat die Pflanze durch ihre Verwendung als Droge erhalten. Der gescheiterte War on Drugs wurde unter anderem gegen diese THC-haltige Naturdroge geführt. Es ist zu begrüßen, dass von den USA aus nun schon seit längerem eine Politik der geregelten Legalisierung und der Aufklärung betrieben wird. Genau das wäre auch für andere Substanzen nötig. Sicherlich sollte die Legalisierung bei einigen Stoffen auch mit einer stärkeren Kontrolle einhergehen.

 

Bis bald!