Liebe Leser und Leserinnen,

 

die heutige Geschichte ist keine Neuigkeit mehr und jeder, der sie schon kennt, der kann gemütlich auf den nächsten Blogeintrag warten und sollte nicht unnötig auf das Alter dieser Nachricht hinweisen. Denn das mache ich jetzt schon: Also, das was ich im Folgenden beschreiben werde, ging schon auf den ein oder anderen Seiten herum. Allerdings finde ich die Geschichte einfach zu kurios und obskur, um sie denen, die sie noch nicht kennen, vorzuenthalten. Fangen wir also an mit einer Story, die sich im russischen Internet abspielte und die dazu führte, dass Facebook gesperrt wurde:

 

Wahrscheinlich dachte sich der russische Unternehmer und Händler von Räuchermischungen nichts dabei, als er seinen Kundenkreis erhöhen wollte. Wir schreiben den September 2013 und auf der russischen Version der Facebook-Seite tauchen auf einmal Werbeanzeigen auf, in denen Räuchermischungen beworben werden. So weit, so ungewöhnlich – oder nicht? Auf Facebook wird ja jedem, der keinen Werbeblocker im Browser hat, schnell mal komisches Zeug vorgeschlagen. Das kann teilweise recht komische Ausmaße annehmen.

 

Gar nicht komisch im lustigen Sinne fanden das allerdings die russischen Behörden, als sie von der Werbung für „Kiffe“ Wind bekamen. Denn zu diesem Zeitpunkt war sich niemand wirklich klar, was das nun für Räuchermischungen sein sollten, wie sie verwendet werden und ob sie eigentlich legal angeboten werden dürfen. Daraufhin erhielt Facebook die Meldung, die Werbung schnellstmöglich zu entfernen und die Daten des Erstellers für die Ermittlungen rauszugeben. Ansonsten – so drohten die russischen Behörden, die auch gern mal ohne Richterbeschluss Seiten und Server sperren – würde das russische Facebook vom Netz genommen.

 

Von Seiten Facebooks wurde beteuert, die Werbung sei nur durch einen „technischen Defekt“ bzw. durch „fehlende Filter in der Software“ möglich gewesen. Das hielt die Offiziellen aber nicht davon ab, die Drohung wahr zu machen und Facebook für die russischen Nutzer unzugänglich zu machen. Mittlerweile ist die Seite natürlich schon wieder eine ganze Weile online…

 

Was aber lernen wir daraus?

 

1. Die Frage, ob Räuchermischungen legal sind oder nicht, ist noch nicht auf allen Verwaltungsebenen der Wächter von Recht und Ordnung geklärt. Da bedarf es wohl noch einiger Schulungen und Lehrgänge.

 

2. Wenn du Facebook lahmlegen willst, dann musst du einfach nur Werbung schalten, die auf Shops und Produkte verlinkt, welche in den Medien als Teufelszeug bezeichnet werden. Verlinke Artikel und Shops, von denen niemand Ahnung zu haben scheint, und das Chaos bricht aus.

 

3. Da so etwas auch heute noch denkbar ist, möchte ich meinen oft hervorgeholten und gern wiederholten Appell wiederholen, nachdem sich alle möglichen Rechts-, Wissenschafts- und Interessenvertreter an einen runden Tisch begeben und über das Thema reden sollten. Wenn Drogen, gleich welcher Art und Legalitätsstufe generell verteufelt werden, dann ist doch klar, dass es einen grauen oder schwarzen Markt geben wird. Teillegalisierungen, Überwachung von Handel und Konsum, Steuern auf beides sowie Verbote für den wirklich kranken Mist, härtere Strafen und Grenzkontrollen sollten das Problem etwas klären können.

 

Oder etwa nicht? Welche Konzepte zur Beendigung der ewigen Legal-oder-Illegal-Frage seht ihr?

 

Bis bald!