Liebe Leser und Leserinnen,

 

die Betelnusspalme ist ein – wie ihr Name schon vermuten lässt – Palmengewächs, die mit zirka 60 weiteren Pflanzen die Gruppe der Areca bildet. Ihr vollständiger binär-botanischer Name lautet Areca catechu. Diese Palme, die in Malaysia, auf den Philippinen, in Nordaustralien sowie in Südostasien vorkommt, bildet rote Früchte unter ihren bis zu zwei Meter langen Blättern aus. Diese Steinfrüchte in ovaler Form, von denen eine Palme in einer Saison bis zu 200 ausbilden kann, sind die Betelnüsse oder auch „Arekanüsse“. Diese Früchte werden bis zu sieben Zentimeter groß.

 

Um die Betelnüsse geht es in dem heutigen Blogeintrag. Sie sind nämlich ein Legal High, das – schon rein logisch betrachtet – absolut pflanzlich ist. In der Betelnuss stecken keine chemischen oder anderweitig niederträchtigen Stoffe und auch die Wirkung sowie deren Erforschung gehen auf lange Anwendungstraditionen zurück. Wir wenden uns also nach den Badesalzen (siehe letzter Eintrag) wieder einem entspannten Thema zu, das nicht mit Warnhinweisen und Negativbeispielen geschmückt ist.

 

Aber auch hier müssen wir wieder die Betelnuss an sich von der Verabreichungsform trennen. Denn damit die Alkaloide, welche in der Betelnuss vorkommen (vor allem Arecolin), effektiv wirken können, werden die Nüsse traditionell zu sogenannten Betelbissen („sirih“) verarbeitet. Dazu werden die Nüsse erst zerhackt und dann in Blätter des Betelpfeffers (Piper betle), welche zuvor mit gelöschtem Kalk bestrichen wurden, gerollt. Da diese Happen meist recht bitter schmecken, werden ihnen noch Gewürze, wie Pfefferminz oder Lakritze beigemischt. Die Zubereitung, und vor allem der dafür verwendete Kalk, bewirken, dass die Wirkstoffe besser und schneller vom Körper aufgenommen werden.

 

Die Wirkung der Betelnuss tritt durch die Darreichungsform schon wenige Sekunden nach dem Kauen ein, da die Wirkstoffe schon im Mund resorbiert werden. Ein Schlucken der Betelbissen ist daher nicht nötig. Aber wie wirkt die Betelnuss nun? Sie hat eine ähnliche Wirkung wie Alkohol; sie wirkt beruhigend und stärkt das Wohlbefinden. Durch die Bitterstoffe und die Betelblätter wird zudem der Speichelfluss angeregt; der Speichel an sic verfärbt sich bei der Anwendung rot.

 

Bei erhöhtem Konsum der Betelnuss – vor allem in der beschriebenen Darreichungsform – kommt es häufig zur Verfärbung der Zähne und zur Schädigung des Zahnfleischs. Nimmt man zu viel, dann können auch nach der Anwendung ein Brennen im Mundraum, Übelkeit und verstärktes Schwitzen auftreten. Die Wahrnehmung wird aber nicht eingeschränkt oder verändert. In sehr hohen Dosen, bei denen man die Betelbissen wahrscheinlich auch schlucken muss, kommt es zu Erbrechen, Zittern, Krämpfen und ähnlichem.

 

Ich habe die Betelnuss hier vorgestellt, damit ihr wieder einmal ein rein pflanzliches Legal High von mir vorgesetzt bekommt. Ich denke, dass man sich – wenn man in den entsprechenden Ländern Urlaub macht und die Möglichkeit dazu bekommt – durchaus auf eine Anwendung einlassen kann. Nimmt man die Wirkstoffe nur durch den Mund auf und spuckt dann den zerkauten Brei aus (sowie auch den gebildeten Speichel), dann dürfte die wohltuende Wirkung ohne Nebeneffekte eintreten. Außerdem zeigen sich bei einer einmaligen Anwendung oder Anwendungen über einen Urlaubszeitraum sicher keine Langzeitschädigungen am Zahnfleisch oder ähnliches. Zudem sollte man ja auch immer das Zähneputzen nicht vergessen 😉

 

Bis bald!