Liebe Leser und Leserinnen,

 

dieser Blogeintrag geschieht sowohl in eigener Sache als auch, um euch einen kleinen aber bedeutenden Teil der großen Diskussion rund um Legal Highs aufzuzeigen. Denn bei den Recherchen für diesen Blog, den ich für euch immer interessant und informativ halten möchte, blicke ich in so manche Abgründe und entdecke das ein oder andere Thema, das doch schon ziemlich ernst ist. Ihr wollt mit Legal Highs eine gute Zeit erleben und Spaß haben. Ihr wollt aufgeputscht werden oder relaxen? Ihr wollt Energie fürs Lernen, fürs Feiern oder für den Sex haben? Klar, Legal Highs sind da eine prima Sache, wenn man sie richtig und vorsichtig anwendet. Aber was steckt hinter der Tatsache, dass sie legal sind?

 

Legal Highs – und das ist sicher keine Neuigkeit für euch – enthalten Stoffe, die auf den Menschen gewisse Wirkungen haben. In der EU sind die Regeln und Gesetze zum Vertrieb von unbekannten Stoffen sehr strikt und noch bis vor einiger Zeit wurde sogar Stevia (zuckerfreier, rein pflanzlicher Süßstoff) vom Markt zurückgehalten. Obwohl wir heute wissen, dass da die Kristallzucker-Lobby ihre Finger mit im Spiel hatte, stellt sich doch die Frage: Wie werden die Stoffe legal und frei zugänglich?

 

Ein Beispiel vom anderen Ende der Welt zeigt uns das auf eindrucksvolle Art und Weise. In Neuseeland gab es nämlich Anfang 2014 große Diskussionen um synthetische Cannabinoide. Diese sind in vielen Legal Highs, die als Cannabisersatz genutzt werden, enthalten. Vor der Legalisierung (oder auch vor dem Verbot) sollten diese Stoffe an Tieren getestet werden und zwar an zwei verschiedenen Spezies, um die Tests repräsentativer zu machen. Das neuseeländische Gesundheitsministerium bestand vor einer Einstufung der Stoffe auf diese Tests.

 

Noch bevor es aber zu diesen Tests kommen konnte, protestierte die Öffentlichkeit in solcher Stärke gegen dieses Verfahren, dass sich die Gesetzgeber dazu entschieden, Legal Highs in Neuseeland pauschal zu verbieten. Die Tests an Tieren sind daher nicht mehr nötig, Legal Highs dem entgegen aber auch nicht mehr in Neuseeland (legal) erwerbbar. Auf anderen Plattformen im Internet habe ich Aussagen zu diesem Thema gelesen, die in etwa so lauteten: „Hätten die doch lieber ein paar Tiere gequält, als sich einen Schwarzmarkt aufzuhalsen.“ – Natürlich ist diese Aussage krass formuliert, sie bringt aber den Kern des von mir Gelesenen klar auf den Punkt.

 

Und jetzt meine eigene und ganz persönliche Meinung dazu: Wer Drogen (egal welcher Art) benötigt, um Spaß zu haben, der sollte sich behandeln lassen. Die Legalisierung von Legal Highs ist kein Grundrecht für ihre Konsumenten, auch wenn sie das gern glauben wollen. Natürlich muss der Dialog zum Thema besser und öffentlicher geführt werden (siehe dazu meinen letzten Blogeintrag), aber er sollte nicht auf Kosten von unbeteiligten Lebewesen gehen. Wenn du einem Stoff zutraust, dass er Schaden an einem Lebewesen anrichten kann, dann vergiss ihn lieber komplett. Das ist meine Meinung.

 

Die Erforschung von Inhaltsstoffen und ihren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus kann heutzutage auch durch andere Methoden durchgeführt werden. Es ist uns möglich, Gewebe und Organe künstlich zu erzeugen und das Verhalten von Stoffen in ihren Wechselwirkungen vermittels Computern zu berechnen – warum müssen wir dann immer noch Tiere quälen? (Warum nicht geeignete Kandidaten aus Todeszellen? Zu grausam? Dann denk mal an dein Haustier…)

 

Bis bald!