Liebe Leser und Leserinnen,

mit den Poppers haben wir uns ja nicht nur in den Bereich der chemischen Legal Highs gewagt, wir sind auch in eine Grauzone abgetaucht, in der der Besitz des Stoffs zwar nicht strafbar ist, der Kauf hingegen schon. Und deshalb wollen wir uns heute wieder den pflanzlichen Themen dieses Blogs widmen. Hier sei aber zum heutigen Thema erwähnt, dass Salvia divinorum in Deutschland unter das BtMG fällt und auch in der Schweiz nicht vollständig legal ist. Ich biete also hiermit ausdrücklich wieder nur Informationen an und verweise auf die (aktuell) nicht vorhandene rechtliche Reglementierung zu Salvia divinorum in Österreich und Liechtenstein. In Norwegen ist Salvia divinorum übrigens verschreibungspflichtig.

Aber was macht Salvia divinorum denn so interessant, dass sich sowohl die Freunde der Legal Highs als auch die Gesetzgeber damit beschäftigen wollen? Salvia divinorum, oder auch das „Aztekensalbei“, enthält verschiedene Salvinorine, von denen das bekannteste, das wirkungsvollste sowie das umstrittenste das „Salvinorin A“ ist. Salvinorin A ist kurz gesagt ein Halluzinogen, das schon ab einer Verabreichungsmenge von 0,2 mg Wirkungen zeigt. Bei der Wirkung kommt es zu einer veränderten Wahrnehmung der Umwelt. Es kann hierbei zu Verzerrungen und zur Steigerung der Farbintensitäten kommen. Zudem wird dieses High zur „Reise ins Ich“ genutzt (ein Begriff, den ich beim Recherchieren zum Thema fand) und eher seltener als spaßiges Partymittel für eine Gruppe. Die Wirkung soll sich nur im Kopf abspielen und den Körper nicht weiter beeinflussen.

Der Trip wird zudem in Begriffen, wie „Hypertraum“, „wacher Traum“ oder „verstärkte Realität“, zusammengefasst. Dies resultiert aus der verstärkten Wahrnehmung der Umwelt und den weiteren möglichen optischen Eindrücken bei geöffneten Augen. Auf die bei der Einnahme vorherrschenden Gefühle und Emotionen sollen Salvia divinorum und Salvinorin A keinen Einfluss haben. Bei geringerer Dosierung kommt es dem entgegen aber zu einer Belebung, bei höherer Dosierung zu einer entspannenden Wirkung. Durch die gedanklichen und teils optisch begleiteten Reisen in den Geist kann es zudem kurzzeitig zum Realitätsverlust kommen. Die Erfahrung kann während der Anwendung und auch danach leicht verwirrend oder gruselig sein.

Ein paar Annahmen und theoretische Tipps zum Konsum von Salvia divinorum, so ihr denn legal an den Stoff herankommt:

  • Fangt klein an und arbeitet euch vor, anstatt gleich groß starten zu wollen
  • Merkt oder notiert euch, was ihr erlebt habt, damit ihr bei der nächsten (stärkeren) Anwendung wisst, was auf euch zukommen kann
  • Lasst jemanden, dem ihr vertraut, euren Trip überwachen

So würde ich zumindest an die Sache herangehen. Und wer weiß, vielleicht bringt mich ja meine nächste Reise nach Österreich dazu, für euch einen Erfahrungsbericht zu schreiben…

Etwas Interessantes noch zum Abschluss: Die Salvia divinorum Pflanzen bilden nur selten Samen aus, so dass es in Europa bisher nur zwei klar definierte Mutterarten gibt. Die Fortpflanzung und Verbreitung der Pflanze erfolgt meist durch Setzlinge (ja, man findet auch sie in Legal High Shops), weshalb man davon ausgehen kann, dass man wirkungsvolle Pflanzen erhält, wenn man sie denn kauft. Zudem sollte die Wirkung immer gleichbleibend sein, egal, wo man den Stoff oder die Pflanzen herbekommt, da es kaum Möglichkeiten zur züchterischen Genveränderung gibt.

Bis bald!