Liebe Leser und Leserinnen,

mit dem heutigen Blogeintrag widmen wir uns einmal dem Thema „Poppers“. Dabei sollte schon vorab geklärt werden, dass ein Popper nicht gleich ein Popper ist und dass dieser Eintrag auch nichts mit der Jugendkultur aus den 1980ern zu tun hat. Poppers sind vielmehr flüssige Substanzen, die in kleinen Fläschchen vertrieben werden. Ihren Namen bekamen sie durch ihre frühere Vertriebsweise. Zu Anfang wurden sie nämlich in Glasampullen vertrieben, die beim Öffnen ein knallendes Geräusch verursachten, also poppten. Diese Glasampullen enthielten meist Wirkstoffe gegen Angina pectoris, ein Symptom von Herzstörungen.

Die Wirkstoffe dieser Poppers sind meist die Stoffe Amylnitrit, Cyclohexylnitrit und Isopropylnitrit. Und hier fällt schon auf, dass es dieses Mal nicht um Herbal Highs geht, sondern vielmehr um chemische Wirkstoffe. Wer also lediglich auf der Suche nach rein oder hauptsächlich pflanzlichen Mitteln ist, der kann jetzt aufhören zu lesen.

Die benannten Stoffe wurden, wie schon erwähnt, früher in den kleinen Glasampullen vertrieben und stellten eine Arznei gegen die beschriebene Angina pectoris dar. Da die Wirkung, zu der hauptsächlich Gefäßerweiterungen zählten, lediglich von kurzer Dauer war (die Wirkstoffe wurden lediglich inhaliert), wurden die heute Poppers genannten Präparate schnell durch andere Medikamente ersetzt. Allerdings wurde da schon die kurzzeitige Rauschwirkung der Stoffe festgestellt. Bei intensivem Inhalieren der Poppers kommt es nämlich neben der Gefäßerweiterung auch zu Flashs. Dies geschieht durch die erhöhte Blutversorgung in Verbindung mit den Wirkungen der chemischen Dämpfe im Körper.

Sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Anwendern ließ sich aber auch beobachten, dass die Wirkung in eine aphrodisierende Richtung ausschlug und schnell wurden die Poppers auch als Aphrodisiakum verwendet. Durch die Gefäßerweiterungen wird der Körper wärmer, der Blutdruck steigt und eine Erektion ist leichter erreichbar. Zudem wirken Poppers in gewissem Maße schmerzstillend und entspannend, was den Akt langanhaltender macht und den passiven Partnern beim Analverkehr hilft, entspannt zu bleiben.

Zur Dauer der Anwendung und Wirkung: Die Anwendung an sich geschieht – wie schon beschrieben – durch das Inhalieren der Dämpfe (was auch immer geschieht, trinkt NIE diese Chemikalien!). Die Wirkung setzt, da die Dämpfe und damit auch die Wirkstoffe durch die Lungenbläschen direkt ins Blut übergehen, schon nach etwa fünf bis fünfzehn Sekunden ein. Je nachdem, wie viel ihr davon schnüffelt, hält die Wirkung der Poppers eine bis zehn Minuten an. Der „Flash“ geschieht dabei durch die Gefäßerweiterungen im Gehirn.

Der Kauf, der Verkauf sowie der Handel mit den Poppers sind in Deutschland, Österreich sowie der Schweiz nicht erlaubt, wenn nicht beim Händler eine entsprechende Erlaubnis vorliegt. Der Grund ist, dass die Wirkstoffe immer noch als reine Arzneimittel gelten und somit unter das Arzneimittelgesetz fallen. Dem entgegen werden die Poppers in entsprechenden Legal Highs Shops unter anderen Verwendungszwecken als angegeben (bspw. als Putzmittel) vertrieben. Der Besitz und damit die Anwendung der Poppers sind aber nicht illegal.

Wir haben es hier also mit einer Grauzone zu tun. Und da es bei Durchsuchungen von Legal High Shops auch zu Beschlagnahmungen von Kundenlisten kommen kann, sollte das jeder als Warnhinweis ansehen. Solange der Kauf als Konsumgut nicht legal ist, sondern nur der Besitz, geht jeder Online-Freund der Poppers auf dünnem aber gut durchblutetem Eis.

Bis bald!