Liebe Leser und Leserinnen,

wer von euch den Fernsehersender „Discovery Channel“ kennt und zudem noch sein Programm von vor ein paar Jahren, der kennt vielleicht auch die Sendung „Dog – Der Kopfgeldjäger“. In dieser Sendung, die inzwischen von RTL II ausgestrahlt wird, jagt Duane „Dog“ Lee Chapman Leuten hinterher, die gesucht werden und dem Richter vorgeführt werden sollen. Auf sie ist ein Kopfgeld ausgesetzt und somit beginnt die Jagd. Warum erwähne ich das aber an dieser Stelle? Nun, diese Sendung spielt auf dem US-amerikanischen Inselstaat Hawaii. Zudem sind viele der Gejagten abhängig von synthetischen Drogen. Da stellt sich doch die Frage: Warum haben sie nicht einfach die Samen von Holzrosen gekaut?

Und schon sind wir beim Thema: Die Hawaiianische Holzrose (Argyreia nervosa), die auch Elefantenwinde oder Silberkraut genannt wird, soll heute unser Thema sein. Bei der Einleitung habe ich übrigens ein bisschen geflunkert, denn die Pflanze stammt ursprünglich aus Asien, wo sie hauptsächlich in tropischen Gebieten wächst. Aber sie hat es mittlerweile bis nach Indien, Afrika, Australien und auch auf Hawaii geschafft. Außerdem wäre die Beschaffung ihrer Samen oder Mittel, welche die Wirkstoffe dieser Samen enthalten, sicher auch auf Hawaii nicht schwer.

Die Wurzeln der Hawaiianischen Holzrose wurden schon früh in Indien für die ayurvedische Medizin genutzt. Auszüge aus der Wurzel sollen stärkend auf die Nerven und das Gehirn wirken. Zudem gelten sie als intelligenzsteigernd, verjüngend und auch aphrodisierend. Speziell mit der Hawaiianischen Holzrose behandelte Krankheiten wären Arthritis, Tuberkulose, Syphilis, Husten, Ejakulationsschwäche und Nervosität. Das allein klingt doch schon nach einem schönen Legal High für gemeinsame Stunden, oder?

Aber für Legal Highs werden hauptsächlich die Samen der Pflanze, welche auf Zutatenlisten auch gern als „Hawaiian Babies“ bezeichnet werden, genutzt. Diese enthalten nämlich den Stoff Ergin (chemisch: Lysergsäureamid oder LSA). Dieser Stoff kann als Ausgangsstoff für LSD genutzt werden, hat aber selbst auch eine ähnliche halluzinogene Wirkung. Der Trip mit LSA soll zwar ähnlich dem mit LSD sein, jedoch weniger visuell und mehr sich im Kopf abspielend. Bei geschlossenen Augen sollen oft Halluzinationen vorkommen und der auditive Teil des Trips soll stärker sein, als bei LSD. Die Zeit scheint mit LSA zäher zu verlaufen, Gedanken häufen sich dementsprechend in einer als rasant empfundenen Schnelligkeit.

Dabei hängen Wirkung, Wirkungszeit und die Intensität von der Verabreichung ab. Nehmt ihr die Samen ganz, dann kann eine Verzögerung von mehreren Stunden auftreten. Solltet ihr ganze Samen einnehmen, dann nehmt nicht aus Ungeduld nach ein paar Stunden einfach mehr, weil nichts passiert: Hier besteht die Gefahr der Überdosierung! Deshalb sollten die Samen, die bis zu acht Millimeter groß sein können, zerkleinert werden. Soll die Wirkung schnell (meist nach 30 Minuten) eintreten, dann zerkleinert sie ordentlich, als wolltet ihr Pulver draus machen. Natürlich gibt es auch Präparate, die das Ergin aus den Samen schon wirkfertig enthalten. Aber auch das Setting ist sehr wichtig. Nehmt niemals halluzinogene Legal Highs, wenn ihr schlecht drauf oder krank seid. Macht euch einen schönen Ausflug und keinen Höllentrip!

Bis bald!