Liebe Leser und Leserinnen,

heute geht es einmal um ein Legal High, dass noch nicht so stark die Runde gemacht hat. Bei meinen Recherchen bin ich zumindest immer wieder auf Foren gestoßen, deren Diskussionen rund um diesen Stoff noch keine sechs Monate alt waren. Auch beim Suchen in den einschlägigen Shops wurde ich nur selten fündig. Kratom scheint, trotz seiner attraktiven Wirkweise und trotz der Verwendung als Alternative zu anderen (auch chemischen) Stoffen, zu den Geheimtipps der Szene zu gehören. Umso besser für meinen Blog, dachte ich mir, wenn ich diesem pflanzlichen Legal High einen Artikel widme.

Malesien heißt das Gebiet mit verschiedengroßen Inseln und Inselgruppen nördlich von Australien und südöstlich von Südostasien. Aus diesem Gebiet, zu dem das Malaiische Archipel, der Süden Malakkas, die Philippinen, Sumatra und noch weitere Inseln und Staaten gehören, stammt der Kratombaum. Dieser Baum erreicht eine Höhe von 10 bis 25 Metern und bringt Blätter hervor, die zwischen 8 und 14 Zentimeter lang und 5 bis 10 Zentimeter breit sind. Aus eben jenen Blättern wird das Kratom gemacht.

Traditionell werden die Blätter eigentlich gekaut. Wer allerdings nicht mit dieser Tradition aufgewachsen oder sonst irgendwie an extrem bittere Stoffe gewöhnt ist, der sollte davon absehen. In Head Shops sowie den entsprechenden Onlineshops findet ihr daher meist ein Pulver, das aus zermahlenen Kratomblättern besteht. Dieses Pulver könnt ihr entweder zu einem Tee verarbeiten, der recht lecker ist, oder in Nahrungsmittel einarbeiten. In Joghurt soll das Kratompulver ziemlich genießbar sein. Des Weiteren kann das Kratompulver auch geraucht werden.

Zu welchem Zweck kann man Kratom nun aber zu sich nehmen? Eine eher medizinische Erklärung ist die Wirkung der Kratomblätter gegen Durchfall. Ein Legal High gegen Durchfall? Nun, wenn ihr gerade zufällig welchen habt, dann ist das vielleicht ein schöner Nebeneffekt. Als Legal High wird Kratom nämlich hauptsächlich zur Steigerung der motorischen Fähigkeiten und der Libido verwendet. Zudem verringert es auf effektive Weise das Schmerzempfinden. Es hängt dabei von der entsprechenden Dosierung ab, welche Wirkung bei euch überwiegt. In sehr hohen Dosen wirkt Kratom zudem in die entgegengesetzte Richtung, also sedierend und nicht aphrodisierend.

Die schmerzreduzierende (und in großen Mengen sedierende) Wirkung basiert im Kratom auf dem Wirkstoff Mitragynin. Dieser wirkt recht ähnlich wie das Codein, ein Opiat, das als Schmerzmittel und Hustenstiller eingesetzt wird. Jedoch kann es bei der Verwendung von Codein (vor allem vermittels Arzneistoffen) zu Nebenwirkungen kommen, die beim Mitragynin nicht eintreten.

Trotzdem der Stoff rein pflanzlich ist und seine Wirkungsweisen gegenüber bewusstseinsverändernden Stoffen eher unbedenklich, möchte ich zwei Warnhinweise mit euch teilen, die ich bei der Recherche zu diesem Thema gefunden habe:

1. Kratom sollte nicht zu häufig, auf keinen Fall täglich eingenommen werden. Bei einem andauernden Gebrauch können unerwünschte Folgen auftreten, zu denen Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust zählen. Überdies kann es zu einer Hyperpigmentierung und damit zu einer Verfärbung der Gesichtshaut kommen. Allgemeinen Unwohlsein und Übelkeit können überdies auftreten. Allerdings gilt das alles nur, wenn Kratom wirklich exzessiv eingenommen wird.

2. Kratom sollte möglichst nicht in Verbindung mit MAO-Hemmern (Antidepressiva) eingenommen werden, da es hier zu unerwünschten Neben- bzw. Wechselwirkungen kommen kann.

Mein persönliches Fazit: Die Wirkungen von Kratom sind attraktiv; dass es rein pflanzlich ist und der Wirkstoff weniger Nebenwirkungen aufzeigt, als das etablierte Äquivalent, finde ich super. Allerdings sollten – wie aber auch bei Zucker und Fett – die Dosierung und die Einnahmehäufigkeit bedacht werden. Bis bald!