Liebe Leser und Leserinnen,

heute geht es um ein Thema, das von Anwendern gern verharmlost, von den Medien meist falsch dargestellt und überhaupt nur selten richtig beleuchtet wird. Auch ich stelle mich nicht auf eine Ebene mit professionellen Journalisten und noch weniger mit Gesetzgebern und jenen, die die Einhaltung des Gesetzes überwachen. Jedoch möchte ich meinen Teil zur Aufklärung beitragen und deshalb in diesem Blogeintrag über die viel – und oftmals aus den falschen Richtungen – diskutierte Legalität der Legal Highs schreiben.

Die Diskussion allgemein dürfte dem aufmerksamen Leser des Namens der umstrittenen Produkte komisch vorkommen. Denn es braucht sicherlich keine Englischkenntnisse dazu, den ersten Namensteil von Legal Highs zu übersetzen. Legal heißt auch im Deutschen legal. Legal Highs sind auch bei nur geringen Sprachkenntnissen die „Hochs“. Legale Hochs sind also der Mittelpunkt einer Diskussion, die eigentlich nicht geführt werden müsste. Aber dabei will ich mich nicht auf den Überbegriff der verschiedenen Produkte allein beschränken. Immerhin gibt es auf dem Markt ja auch so manch andere irreführende Produkte (etwa „Getränke mit Apfelgeschmack“, die rein gar nichts mit Apfelsaft zu tun haben).

Warum also die Frage nach der Legalität von Legal Highs? Natürlich wegen den Inhaltsstoffen. Sowohl pflanzliche als auch synthetische Inhaltsstoffe der verschiedenen Artikel werden von offizieller Seite sowie von Wissenschaftlern kritisch beäugt. Das liegt einerseits an der Kombination der verschiedenen Stoffe, andererseits auch an der Neuheit einiger verwendeter Zutaten. In der EU müssen Stoffe, die noch nicht auf dem Markt etabliert sind, getestet und zugelassen werden. Bestes Beispiel für dieses Prozedere ist der pflanzliche Süßstoff Stevia. Er ist rein pflanzlich und um ein vielfaches süßer sowie kalorienärmer als Kristallzucker – zudem entzieht er dem Körper kein Eisen, so wie es raffinierter Zucker macht. Gegenüber Aspartam und anderen Süßstoffen aus dem Labor ist Stevia auch nicht gesundheitsschädlich. Trotzdem dauerte es Jahre und Jahrzehnte bis dieser Süßstoff endlich in der EU zugelassen wurde.

Und deshalb wird es wohl auch noch eine Weile dauern, bis die meisten Legal Highs nicht mehr so umstritten sind. Die einzelnen Stoffe – vor allem jene auf pflanzlicher Basis, die noch keine Etablierung in europäischen Handelskreisen erfuhren – sind meist aufgrund ihrer geringen Bekanntheit verpönt. Einzelfälle von Falschdosierungen durch Konsumenten dienen den Medien überdies dazu, das Thema zu dämonisieren.

Schauen wir uns zur Anschaulichkeit einmal ein bestimmtes Produkt an: Das Herbal Ecstasy. Dieses rein pflanzliche Produkt („herbal“ = pflanzlich) gilt als Ersatzstoff, seitdem Ecstasy verboten ist. Die Bestandteile sind vorrangig Koffein, Ginseng, Guarana, Kalmus, Kawa-Kawa, Kolanuss und Taurin. Koffein dürfte aus Kaffee und Tee sowie auch aus Energy Drinks bekannt sein; auch Guarana und Taurin sind häufig in Energy Drinks enthalten. Ginseng dürfte als Baum aber auch als Bestandteil von Tees und Medikamenten bekannt sein. Kalmus ist in Asien und bei manchen amerikanischen Indianervölkern als Heilpflanze bekannt. Kawa-Kawa ist eine aus Ozeanien stammende Pfefferpflanze. Die letzten beiden Pflanzen sowie vielleicht auch die höhere Dosierung der einzelnen Stoffe (im Vergleich zu anderen Wachmachern) sind hier die Auslöser der Kontroverse. Dabei muss lediglich auf eine geringe Dosierung und das Herantasten an das Herbal Ecstasy erinnert werden.

Kurzum: Manche Stoffe – vor allem synthetische – müssen natürlich geprüft werden. Andere – vor allem pflanzliche – fallen unter „Unbekanntes“ und damit gleichzeitig unter „Verdächtiges“. Ein Sachverhalt, der viel zu groß aufgeblasen wird, als dass er die Diskussion lohnt.

Bis bald!

Aktuell: LegalHighs unterliegen nicht mehr dem Arzneimittelgesetz! Räuchermischungen, Badesalz etc. könnnennicht strafrechtlich nicht mehr dem BtmG unterstellt werden. Damit fehlt der Polizei die strafrechtliche Verfolgungsgrundlage. Damit sind auch die Handlungsmöglichkeiten arg begrenzt. Nachzulen auf : http://www.zeit.de/wissen/2014-07/legal-high-eugh-arznei-urteil