Liebe Leser und Leserinnen,

im heutigen Blogeintrag geht es um Historisches zu den Themen Räuchermischungen und Verräuchern. Wie viele andere moderne Produkte, so haben auch Räuchermischungen und andere Legal Highs eine recht lange Entwicklungsgeschichte hinter sich. Von den ersten Versuchen, Pflanzen und Pflanzenteile zu bestimmten Zwecken zu verglimmen, bis zu den heutigen Online-Shops, in denen ihr fertige Mischungen in praktischen Portionen abgepackt kaufen könnt, vergingen mehrere tausend Jahre.

Im alten Ägypten, im Reich der Pharaonen, wurden verschiedene Mischungen aus Kräutern, Harzen, Gewürzen und einigem mehr auf glimmender Holzkohle verglüht. Die bekannteste und edelste Mischung der damaligen Zeit wurde „Kyphi“ genannt und bestand neben den schon genannten Zutaten auch aus Honig und Wein. Die verschiedenen Zutaten der Kyphi-Mischung haben jeweils ihre eigene heilende Wirkung, sodass eine Verräucherung entweder bei Krankheiten oder zur Prophylaxe angewendet wurde. Aber auch zur Reinigung – zum Beispiel von Grabräumen der Pyramiden – wurde Kyphi verräuchert. Aus Ägypten exportiert, wurde die Mischung zudem von den antiken Griechen und Römern verwendet. In diesen Reichen wurde sie oftmals auch mit einer größeren Menge Wein vermischt und als Trank oder Hautpflegeprodukt verwendet.

Aber nicht nur in den frühen Kulturen Europas wurden Pflanzen zu Heilzwecken verräuchert. In der Chinesischen Medizin etwa, die auf eine mehrere Jahrhunderte alte Tradition zurückblicken kann, gibt es die sogenannten „Moxa“-Anwendungen. Im Rahmen dieser Anwendungen werden, wie bei einer Akupunktur, bestimmte Körperpunkte mit Nadeln, Ingwerscheiben oder Pflaster stimuliert. Auf den Nadeln werden zur Wärmeerzeugung Kräutermischungen verdampft, die hauptsächlich aus Beifuß bestehen. Auch wenn vorrangig die Wärmeerzeugung bei einer Moxa-Anwendung wichtig ist, so hat auch der Beifußrauch eine heilende Wirkung. Mit dem Aufkommen der Chinesischen Medizin in Europa wurden diese Anwendungen auch nach Europa gebracht, am populärsten sind sie – außerhalb Chinas – aber in Japan.

Ebenfalls eine bis heute anhaltende Tradition ist die Verwendung von Weihrauch in religiösen Zusammenhängen. Eine bestimmte Mischung aus Weihrauch und Myrrhe wird zum Beispiel beim „Inzens“, der traditionellen Räucherung von christlichen Gotteshäusern, verwendet. Zum Gebet, als Segnung der Kirche und ihrer Mitglieder, und zur Reinigung der Raumatmosphäre dient das Schwingen der auf glühenden Kohlen gelagerten Mischung. Noch heute wird auch im privaten Bereich nach christlichen Traditionen geräuchert. Vor allem zum Jahreswechsel werden in dieser Form von gläubigen Bauern die Privaträume und Ställe von bösen Geistern befreit.

Und ihr, liebe Leser und Leserinnen, führt diese Tradition nun also fort. In verschiedenen Räuchermischungen-Shops findet ihr unterschiedliche Kräutermischungen und andere Legal Highs, die ihr verräuchern und genießen könnt. Fühlt die verschiedenen Wirkungen, lasst euch auf eine beruhigende Anwendung ein oder gewinnt neue Energien. Das Wissen um die Wirkungen und Wirkungsspektren einzelner Bestandteile – natürlich oder synthetisch – ist heute größer denn je. Eine ideale Zeit also, sich mit dem Thema Legal Highs auseinanderzusetzen und einige nach eigenem Ermessen auszuprobieren.

Bis bald!